Wir trafen uns um 10.00 Uhr auf dem Parkplatz an der Endstation der Straßenbahnlinie 1. Von dort aus begann unsere Wanderung bergauf entlang der Straße in Richtung Schloss Wilhelmshöhe. Bereits nach wenigen Minuten erreichten wir, nach einem Abzweig am Gewächshaus in nördlicher Richtung, den „Neuen Steinhöfer Wasserfall“.
Die meisten Besucher der Wilhelmshöhe kennen dieses etwas abseits gelegene historische Bauwerk kaum. Es entstand im Zusammenhang mit den Anlagen der Wasserspiele und wurde 1793 vom bekannten Brunnen- und Wasserkunstinspektor Karl Steinhöfer errichtet, der seit den 1770er-Jahren als Wasserbauspezialist in Wilhelmshöhe tätig war. Doch der auf problematischem, sandigem Untergrund errichtete Wasserfall erwies sich als äußerst anfällig. Bereits 1835 kam es zu ersten Teileinstürzen. Auch 1850 brachen erneut große Partien der vom Wasser unterspülten „ungeheuren Felsenmassen“ zusammen, sodass aufwendige und kostspielige Wiederherstellungen notwendig wurden. Bis heute stellen der schwierige Baugrund und die aufwendige Abdichtung die Hauptprobleme des Bauwerks dar. Die inzwischen seit rund 75 Jahren stillgelegte Anlage beeindruckte uns dennoch als monumentales Zeugnis alter Baukunst.
Anschließend führte uns der Weg weiter bergauf über die großzügig angelegten Waldwege der Wilhelmshöhe. Bei angenehmen Temperaturen und zeitweise blauem Himmel konnten wir die berühmte „frische Luft“ genießen, die nach alten Überlieferungen „einen Taler pro Atemzug wert“ sein soll. Wolfgang, der die Route ausgesucht hatte, führte uns fast eine Stunde lang stetig bergauf. Dank der fröhlichen Stimmung in der Gruppe wurde die Anstrengung des Aufstiegs kaum wahrgenommen. Wir freuten uns besonders über die Teilnahme unserer jüngsten Wandersleut – Kian und Liana – in Begleitung ihrer Eltern. Sie hielten alle bis zum Ende durch!
Das gemütliche Wandertempo, zahlreiche kleine Pausen und der herrliche Frühlingswald machten die Tour für alle Beteiligten zu einem besonderen Genuss. Hohe Buchen mit frischem Maigrün, ein in verschiedensten Grüntönen leuchtender Waldboden sowie duftende Blumen und Kräuter säumten unseren Weg und luden oft zum Verweilen und Betrachten ein. Immer wieder öffneten sich kleine „Baumfenster“ und gaben den Blick auf Kassel frei, das sich uns je nach Perspektive in abwechslungsreichen Bildern präsentierte.
So wie wir aufgestiegen waren, führte uns der Weg nun in weiten Schwüngen und etwas beschleunigten Schrittes unserem Mittagsziel entgegen. Nachdem wir die Straße nach Harleshausen überquert hatten, folgten wir einem schmalen, gut begehbaren Naturpfad mitten durch dichtes Gehölz. An der Lichtung „Zur Prinzenquelle“ angekommen, trennten uns nur noch wenige hundert Meter von der gleichnamigen Gaststätte.
Auf der überdachten Terrasse fanden wir an einer langen Tischreihe alle Platz und konnten dort in geselliger Runde unser Mittagessen im Freien genießen. Speisen und Getränke waren – wie erwartet – durchweg gut, und die freundliche Bedienung rundete den angenehmen Aufenthalt ab. Natürlich ließen es sich einige der bekannten „Süßspeisenliebhaber“ nicht nehmen, sich zum Nachtisch noch einen Eisbecher mit frischen Erdbeeren zu gönnen.
Nach dem obligatorischen Gruppenfoto vor der Gaststätte ging es weiter hinab zur Freizeitanlage „Prinzenquelle“. Neben der eingefassten Quellaustrittsstelle, an der man sich mit frischem, kühlem Wasser erfrischen konnte, befindet sich dort auch eine Kneipp-Wassertretstelle. Für ein ausführliches Wassertreten fehlte zwar die Zeit, doch einige Armbäder wurden noch schnell genutzt.
Der Rückweg führte uns schließlich auf einem von Spaziergängern, Hundebesitzern und Radfahrern belebten Weg zurück in Richtung Parkplatz. Besonders eindrucksvoll waren dabei die weitläufigen gelben Rapsfelder, eingerahmt vom Herkules und einem strahlend blauen Himmel im Hintergrund – ein wunderschönes Abschlussbild, beinahe wie ein früh-sommerliches Gemälde.
Nahezu einstimmig wurde diese Wanderung als „eine der schönsten Touren der letzten Zeit“ bezeichnet. Zum Abschluss galt unser Dank sowohl Petrus für das herrliche Wetter als auch Wolfgang für die hervorragende Streckenführung. Einigkeit herrschte darüber, dass dieser Tag zu den Höhepunkten der vergangenen Wanderungen gezählt werden kann.
Danke an alle, die zu diesem besonderen Wander-Highlight beigetragen haben.
Schön war’s!





