Am längsten Tag des Jahres stand eine Wanderung auf dem Programm, die zunächst buchstäblich ins Wasser zu fallen schien. Zum geplanten Startzeitpunkt weinte der Himmel und an einen Aufbruch war nicht zu denken.
Nach eingehendem Studium der Wetterprognosen beschlossen wir, den Start um eine Stunde zu verschieben. Eine hervorragende Entscheidung – denn uns erwartete schließlich ein wunderschöner Wandertag.
Unter der ortskundigen Führung von Jürgen wanderten wir ab Weserspitze weiter östlich der Hasenhecke durch eine üppige, vor Kraft strotzende Natur. Die hohe Luftfeuchtigkeit nach dem Regen und die hochsommerlichen Temperaturen verlangten uns zwar einiges ab, wurden aber durch das ausgezeichnete „Gruppenklima“ mehr als ausgeglichen.
Zunächst führte unser Weg stetig bergauf. Links begleiteten uns weitläufige Felder, rechts säumten hohe Bäume mit dichtem Unterholz den Wanderpfad. Immer wieder legten wir kurze Stopps ein, um interessante Pflanzen zu bestimmen und ihre Besonderheiten spontan zu „er-googeln“.
Oben auf dem Bergrücken wechselte der schmale Waldpfad auf einen gut ausgebauten Forstweg. Die abzweigenden Wege waren teilweise tiefgründig aufgeweicht und verschlammt – keine Alternative für unsere Tour. Doch Jürgen kannte sich bestens aus und führte uns sicher und trockenen Fußes durch den dichten Wald, dessen geschlossenes Blätterdach angenehmen Schatten spendete. Die Luft war klar, leicht feucht und erfüllt vom typischen Duft des Waldes. Es war echtes „Waldbaden“ – Balsam für Körper und Seele. Zusammen mit den vielen guten Gesprächen unterwegs wurde diese Etappe zu einem besonderen Erlebnis.
Schon bald erreichten wir die Fulda-Aue und folgten dem Rad- und Wanderweg bis zur „Grauen Katze“. Dort erwarteten uns bereits einige kleine und große Wanderfreunde. Der schöne Rastplatz auf der Terrasse des Hotels mit Blick auf die Fulda bildete den gelungenen Höhepunkt unserer Wanderung. Bei angenehmen Temperaturen und einem schattigen Plätzchen genossen wir unser Mittagessen. Speisen und Getränke waren durchweg von guter Qualität – wenn auch nicht ganz preiswert. In geselliger Runde verbrachten wir eine schöne Zeit direkt am Wasser.
Anschließend lag noch das letzte Teilstück vor uns. Dem rund vier Kilometer langen Fulda-Radweg R1 folgten wir größtenteils unmittelbar am Fluss entlang. Hohe Bäume und Sträucher spendeten auch hier wohltuenden Schatten. Erst auf dem letzten Viertel der Strecke mussten wir die pralle Sonne ertragen. Die Gespräche wurden nun spärlicher, und alle waren froh, als wir schließlich unsere Fahrzeuge erreichten.
So ging ein zunächst verregnet begonnener Sommertag mit einer abwechslungsreichen Wanderung, vielen schönen Eindrücken und guter Gemeinschaft zu Ende.
Ein herzliches Dankeschön an Jürgen für die umsichtige Führung sowie an alle Wanderfreunde für die schöne gemeinsame Zeit.


