Wanderbericht – Dönche Kassel

2026.03.15 Selfi

Treffpunkt 10 Uhr – Vor der Fridtjof-Nansen-Schule, Schwarzwaldweg 1.
Die Planung des Wandertags lag diesmal bei mir. Der im Vorfeld der unsicheren Witterung entsprechend, suchte ich einen Weg aus, der auch bei Regen oder nassen Bedingungen gut zu begehen war. Wir hatten wieder einmal Glück und blieben vom Regen verschont. Bei trübem Himmel und frischen Außentemperaturen machten wir uns bei insgesamt guten Wanderbedingungen auf den Weg Richtung Westfriedhof.
Wir durchquerten den Rand der Siedlung „Am Hasenstock“ und traten über die Straße in den Eichenwald der Dönche ein.

Dönche-aufwärts spannten sich mächtige Eichen mit ihren ausladenden Kronen, alle noch ohne Laub, über unserem Weg. Hier hielten wir alle in absoluter Ruhe kurz inne, um den Geräuschen und Vogelstimmen des Waldes zu lauschen, was oft im Trubel des Alltags verloren geht. Konzentriert man sich aber auf die feinen Signale der Natur, nimmt sie bewusst wahr, dann bereichert man sich der auf uns wirkenden positiven Eindrücke der uns umgebenden Natur. Wir spüren, wie sie unserem Körper und unserer Seele guttut. Es lohnt sich seine ganze Aufmerksamkeit manchmal, auch wenn es nur für kurze Zeit ist, ihr zuzuwenden. Mit offenen Augen und Ohren unterwegs zu sein, um von ihrer „heilenden Kraft“ für Körper und Seele zu profitieren.

Der Waldpfad, vorbei an der Landes-Feuerwehrschule, war gut zu begehen. Die Steigung ging in den lebhaften Gesprächen unter und im Nu waren wir am höchsten Punkt unserer Wanderung angelangt – „Unter den Eichen“. Jetzt führte uns der gut befestigte „Spazierweg“ unterhalb des „Rosenthals“ nach Westen. Immer wieder öffnete sich der Blick nach Osten, wo Kassel, im Hintergrund die Söhre und in der Ferne der „Hohe Meißner“ zu sehen waren – immer wieder ein herrlicher Blick auf und über unsere schöne Stadt Kassel.

Jetzt ging es bergab über die Straße „Am Sandbuschweg“, wo viele schicke Häuser unsere Aufmerksamkeiten auf sich zogen. Hier lässt es sich gut wohnen. Weiter bergab ging es an der Kleingarten-Anlage Dönche in Richtung „Dornländerweg“ in Nordshausen. Auch hier konnten wir viele interessante Häuser und Gärten sehen. Unsere Augen entdeckten vieles Sehenswertes.

Wir marschierten jetzt bergan in nördlicher Richtung der Dönche wieder entgegen. Um das Gebiet rechter Hand unseres Weges wird seit langem gestritten – was als Bauland ausgewiesen werden soll und was nicht. Die Planung der begehrten Bauflächen ist nun aber weitgehend abgeschlossen, wobei der Teil links des Weges in Richtung Sportplatz als Naturschutzgebiet weiter bestehen bleibt.

Jetzt führte uns der gut ausgebaute, zum Teil mit frischem Kies belegte, Weg mitten durch die Dönche. Hier herrschte die Dönche-typische Vegetation vor. Große freie Grasflächen, vereinzelte Sträucher. Diese Landschaftsform wird durch intensive Schafs-Beweidung sichergestellt, so dass  die Flächen frei bleiben und nicht mit Büschen überwuchert werden.

Die Dönche liegt als ehemaliges Truppenübungsgelände im Südwesten von Kassel. Sie ist ein ideales innerstädtisches Naherholungsziel von enormer Größe und weist beachtliche Höhenunterschiede aus. Große Teile der Fläche wurde seit 1368 landwirtschaftlich genutzt und später seit 1870 schrittweise zum Truppenübungsplatz ausgebaut. Wolfgang erinnert sich, dass er während seiner Ausbildung beim Bund noch die eine oder andere Fläche „liegend durchrobbt“ hat, zum Teil auch durch Matsch-Suhlen.

1976 wurde die Dönche als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, wobei man im Rahmen der documenta 8 ein kleiner Teil der Fläche im Jahr 1987 als das Bauexperiment „Die Fahrt nach Tahiti“ abgab. Heute spricht man von dieser Siedlung als „Documenta Urbana“.
Wir überquerten den Dönchebach, stiegen einen Pfad 200 Meter steil bergauf und marschierten unterhalb der „Documenta Urbana“ in Richtung Westfriedhof. Unser Mittagsziel, das Restaurant „Alt Süsterfeld“ erreichten wir bald, so wie geplant. Im Nebenraum wurden wir schon von einigen „Fußkranken“ Wandersleuten erwartet. Mit fast 20 Teilnehmern waren wir eine große und lustige Runde. Die Speisen und Getränke waren zu unserer Zufriedenheit und eine freundliche Bedienung trug zum angenehmen Aufenthalt bei.

Danke an alle, die mit ihrer guten Laune, Beteiligung an Gesprächen und ihrem Humor wieder zum Gelingen des Wandertreffens beigetragen haben. Schön war es wieder!