Wanderbericht Südstadt Kassel – BUGA-Gelände

2026.02.15 Selfi

Treffpunkt 10 Uhr – Clubhaus Olympia Kassel 1914.

Wolfgang hatte die Route geplant – ursprünglich als „Schlechtwetter-Alternative“ gedacht. Eine Strecke mit gutem, sicherem Untergrund, ohne tückische Wurzeln, rutschige Passagen oder stärkere Steigungen. Gerade bei möglichem Schnee oder Glätte eine kluge und vorausschauende Entscheidung.

Da die Wetterlage bis kurz vor Beginn unklar blieb, hielten wir an dieser Planung fest – und wurden dafür reich belohnt.

Schon beim Abmarsch zeigte sich: Petrus meinte es gut mit uns. Blauer Himmel, Sonnenschein, Temperaturen um die Null Grad mit steigender Tendenz – besser hätten die Rahmenbedingungen kaum sein können. Und wir wissen alle: Das Wetter ist ein Faktor, den wir nicht beeinflussen können, der aber maßgeblich zur Stimmung beiträgt. Wenn Licht und Sonne uns begleiten, ist der Grundton des Tages fast automatisch positiv gestimmt.

Doch nicht nur das Äußere entscheidet über den Erfolg einer Wanderung. Es sind auch die Gespräche unterwegs – in kleinen Grüppchen oder im großen Verband. Geteilte Freude, humorvolle Einwürfe, gemeinsame Erinnerungen oder neue Gedanken lassen eine besondere Dynamik entstehen. Natürlich können auch unterschiedliche Sichtweisen aufeinandertreffen. Aber gerade darin zeigt sich die Stärke einer guten Gemeinschaft: Besonnene Stimmen, ein Lächeln zur rechten Zeit – und die Wellen werden wieder flach gehalten. Am Ende zählt das Verbindende.

Unsere Strecke führte uns durch das BUGA-Gelände, die Karlsaue und den Park Schönfeld – Orte, die immer wieder zeigen, wie schön unsere Heimatstadt ist. Was als „Schlechtwetter-Alternative“ gedacht war, entpuppte sich als echtes Highlight.

Die Natur mit ihren ständig wechselnden Eindrücken half uns wieder dabei, Abstand vom Alltag zu gewinnen. Das gleichmäßige Gehen, die klare Winterluft, das leise Rauschen des Windes in den Bäumen – all das wirkt, oft ohne, dass wir es bewusst wahrnehmen. Bewegung unter freiem Himmel stärkt nicht nur den Körper, sondern auch Geist und Seele. Der Begriff „Waldbaden“ bringt es hier auf den Punkt: Die Natur tut uns gut – sie ordnet, beruhigt und verbindet.

Wer aufmerksam unterwegs ist, spürt, dass wir nicht isoliert gehen, sondern eingebettet sind in ein großes Ganzes. Wie Instrumente in einem Orchester gehören wir dazu – mit unseren Stimmen, Gedanken und Empfindungen. Manchmal gelingt es, diese Harmonie bewusst wahrzunehmen. Dann entsteht Dankbarkeit und Zufriedenheit.

Wolfgang hat uns – ruhig, besonnen und stressfrei – geführt und mit Umsicht für eine schöne Route und eine passende Einkehr gesorgt. Der gesellige Abschluss beim „Schnitzelkönig“ am Auedamm rundete den Tag ab. Obwohl wir erst gegen 16.30 Uhr wieder zuhause ankamen, verging die Zeit wie im Flug.

Ein herzliches Dankeschön an Wolfgang für dieses „Wandergeschenk“ und an alle, die mit ihrer guten Laune, Offenheit und ihrem Humor zum Gelingen beigetragen haben.

Dafür sind wir unterwegs. Das macht es aus.

Karl-Hermann Hartmann

Strecken-Infos:

Wanderzeit 4 Stunden
Wegstrecke 13 Kilometer
Höhenunterschied 108 m